Auf der diesjährige Frankfurter Buchmesse bot sich der Deutschen Fachpresse wieder Gelegenheit, zentrale Themen der B2B-Fachmedienbranche aufzugreifen und den Austausch innerhalb des Netzwerks zu fördern. Im Fokus standen die Auswirkungen künstlicher Intelligenz auf das Wissensmanagement, die Rolle verlässlicher Fachinformationen und die Frage, wie Verlage ihre digitalen Geschäftsmodelle weiterentwickeln können.
Beim Podiumstalk „Wissensmanagement in Zeiten von KI: Herausforderungen und Chancen für Verlage und Kunden!“ am 7. Oktober diskutierten Dr. Roland L. Klaes (Mitglied der Geschäftsführung des Verlags C. H. Beck und Aufsichtsratsvorsitzender von Noxtua) undMark Liedtke (Geschäftsführer der NWB Verlag GmbH & Co. KG) über die Veränderungen durch (generative) KI. Christoph Bertling (Geschäftsführer von Lehmanns Media) moderierte die von Lehmanns Media – Thalia Fachinformationen in Kooperation mit der Deutschen Fachpresse und der Munich Business School veranstaltete Gesprächsrunde am Thalia-Stand.
Ein zentrales Thema war die Frage, wie Fachverlage ihre Stärken in einer zunehmend KI-geprägten Informationswelt behaupten können. Zwar eröffnet künstliche Intelligenz neue Möglichkeiten, Wissen zu erschließen und Arbeitsprozesse effizienter zu gestalten. Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass Nutzerinnen und Nutzer KI-generierte Antworten als ausreichendes Ergebnis betrachten, ohne die zugrunde liegenden Quellen weiter zu prüfen. Für Fachverlage wird es deshalb immer wichtiger, ihre Inhalte auch in KI-gestützten Anwendungen sichtbar zu halten und deren Herkunft nachvollziehbar zu machen. Geprüfte Informationen, redaktionelle Qualität und Vertrauen in etablierte Marken bleiben entscheidende Wettbewerbsvorteile.
Die Diskussion zeigte zugleich, dass Fachverlage nicht allein über die Technologie mit großen KI-Anbietern konkurrieren können und müssen. Ihre Stärke liegt in spezialisiertem Wissen, verlässlichen Quellen und relevanten Inhalten, die konkrete berufliche Anforderungen erfüllen. Um diese Stärken in neue Anwendungen einzubringen, gewinnen Kooperationen mit Technologieunternehmen und anderen Partnern an Bedeutung. Voraussetzung dafür sind klare digitale Strategien: Verlage müssen entscheiden, welche Kompetenzen sie selbst aufbauen, wo externe Lösungen sinnvoll sind und wie sie trotz technologischer Abhängigkeiten ihre Handlungsfähigkeit bewahren.
Auch die Kundenperspektive verändert sich. Nicht das einzelne Tool oder seine Funktionen stehen im Mittelpunkt, sondern die Wirkung im Arbeitsalltag. Kunden erwarten Lösungen, die konkrete Aufgaben erleichtern und sich sinnvoll in bestehende Prozesse integrieren lassen. Damit steigen die Anforderungen an Beratung, Kundenbegleitung und Vertrieb. Zugleich müssen Verlage neue Erlösmodelle und Formen der Zusammenarbeit prüfen, um ihre Inhalte und Kompetenzen langfristig erfolgreich zu vermarkten.
Wie wichtig neben diesen strategischen Fragen auch der persönliche Dialog ist, zeigte sich am Messe-Donnerstag beim Fachpresse-Meet-up am Stand des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Vertreterinnen und Vertreter aus Fachmedienhäusern und dem B2B-Umfeld kamen zusammen, um sich in entspannter Atmosphäre über aktuelle Branchenthemen, Erfahrungen und Herausforderungen auszutauschen. Bei Snacks und Getränken wurden bestehende Kontakte gepflegt, neue geknüpft und mögliche Anknüpfungspunkte für die Zusammenarbeit ausgelotet.
Die Bildergalerie zu beiden Veranstaltungen finden Sie hier.




